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RIESEN erkämpfen sich den Matchpoint für Spiel 3

Category News Date 2022-05-17 MHP RIESEN Ludwigsburg vs. ratiopharm ulm 81:77

Foto: Tatjana Klee. 

Die MHP RIESEN Ludwigsburg setzen sich am Dienstagabend auch in Spiel 2 nach Verlängerung gegen ratiopharm ulm durch und gewinnen dank einer erneut kämpferischen und hochkonzentrierten Leistung am Ende mit 81:77. Das Team von Headcoach John Patrick sichert sich damit die Chance, bereits am Donnerstag in Ulm den entscheidenden Sieg zum Ticket ins Halbfinale der easyCredit Basketball Bundesliga-Playoffs einzuziehen. RIESEN Topscorer der Partie wird Yorman Polas Bartolo mit 19 Punkten.

Schwabenderby Playoffsserie die Zweite: Die MHP RIESEN Ludwigsburg empfingen am Dienstagabend erneut ratiopharm ulm zum wegweisenden Spiel 2 der bereits jetzt ikonischen Viertelfinalserie in der easycredit Basketball Bundesliga Endrunde 2022.

Ein Highlight jagt bei den Ludwigsburgern dieser Tage das Nächste: Kaum aus dem spanischen Bilbao zurückgekehrt, im Gepäck der 3. Platz beim Champions League Final 4, konnte man sich vergangenen Mittwoch im letzten Liga Saisonspiel das Playoffheimrecht sichern. Zeit zum Durchatmen gab es allerdings nur begrenzt, denn bereits am Samstag startete die Viertelfinalserie mit dem prestigeträchtigen Derbymatchup gegen ratiopharm ulm. Und was für einen Auftakt es vor heimischer Kulisse gab: Spiel 1 ergab direkt einen sogenannten „Instant Classic“ mit Ambitionen zum Spiel des Jahres. Nach doppelter Verlängerung schafften es die Barockstädter sich willensstark durchzusetzen und somit in der Serie mit 1-0 in Führung zu gehen.

Das erste Spiel lässt sich dabei als Inbegriff einer Playoffschlacht betitelnt und bot mit diversen Geschichten im und um das Spiel enormen Unterhaltungswert. Eine Möglichkeit, den Adrenalinspiegel und den Puls wieder in normale Bereiche zu senken, gibt es innerhalb der eng getakteten heißen Phase der Saison jedoch nicht. Denn am Dienstagabend um 19.00 Uhr stand bereits der zweite Akt des innerschwäbischen Dramas an: Selbstbewusste Ludwigsburger wollten den Matchball, angestachelte Ulmer den Ausgleich.

Wie bereits in Spiel 1 entfiel jegliches Abtasten zu Beginn und beide Teams starteten energisch in die Begegnung: Ludwigsburgs Kapitän Jonas Wolfarth-Bottermann erkämpfte sich einen Offensivrebound und setzte sich willensstark für die ersten Punkte der Partie durch, bevor er jedoch mit zwei schnellen persönlichen Fouls vorerst auf die Bank musste. Der für Tremmell Darden in den Kader gerückte Ethan Happ war es, der mit 5 Punkten in den Anfangsminuten vorweg ging (11:8, 4´). Es war ein intensives Eröffnungsviertel in welchem keine der Mannschaften einfache Punkte herschenkte. Eine starke Teamplay Sequenz der Ludwigsburg er (8 Assists zur Halbzeit) krönte Jonah Radebaugh mit einem erfolgreichem Dreipunktewurf (18:19, 9´). Nachdem Ulm im letzten Duell die Ludwigsburger noch bei den Rebounds dominiert hatten, konnten die Barockstädter besonders in Persona Happ dem heute verbessert entgegensetzen (9:5 Rebounds; Happ 4). Allerdings traf man weniger hochprozentig von jenseits des Perimeters (4/16 zur Halbzeit), während die Ulmer stark aus dem Feld (8/12) in den ersten 10 Minuten einnetzten und so Viertel 1 knapp mit 20:23 für sich entschieden (10´).

Ulm hatte nun den etwas besseren Rhythmus in der Partie und erarbeitete sich vorerst eine 5-Punkte Führung (20:25, 11´). Für die Gelb-Schwarzen antwortete Jordan Hulls und fand ansehnlich Ethan Happ der wuchtig per Dunking punktete, bevor ein erfolgreicher Dreier des Ulmer Urgesteins Per Günther Heimcoach John Patrick zur Auszeit zwang (22:28, 12´). Ludwigsburg kam aus dieser wacher hervor: Cotton klaute den Ball und setzte Jonah Radebaugh im Fastbreak erfolgreich in Szene, bevor ein Woodard-Dreier weiter verkürzte (27:31, 15´). Jetzt stimmte auch die Verteidigung und man verhinderte erfolgreich Ulm an der Nutzung ihrer 24 Sekunden im Angriff, was wiederum Gästecoach Lakovic zur Auszeit bewegte und die RIESEN Fans in der MHPArena jubeln ließ. Ludwigsburg war jetzt voll da und Jonah Radebaugh drehte per Dreier die Partie (32:31, 17´). Für ein Highlight vor der Pause sorgte Lukas Herzog, der mit Ablauf der Spieluhr einen Distanzwurf versenkte und den Rückstand vor dem Gang in die Kabinen auf 37:38 minimierte (20´). Es waren in der 1. Halbzeit die gleichen Akteure wie zuletzt am Samstag, die dem Spiel ihren Stempel aufdrückten: Jonah Radebaugh erzielte 12 Punkte für die RIESEN, Jaron Blossomgame kam auf 11 Punkte für die Gäste.

Ludwigsburg kam fokussiert aus der Kabine und drehte dank Happ und Cotton die Partie (41:40, 22´). Wie bereits die ganze Serie über schaffte es jedoch keine der beiden Mannschaften, sich richtig abzusetzen. Auf gute Phasen einer Seite fand der Gegner stets eine passende Reaktion. Ludwigsburg tat dies oft mit Teamplay, wohingegen Ulm oftmals mit individueller Klasse antwortete (18:10 Assists nach drei Vierteln). Sinnbildlich dafür war die folgende Sequenz: Jordan Hulls bediente mit einem Traumpass den offenstehenden Yorman Polas Bartolo für 3, woraufhin Semaj Christon seinerseits mit einem Distanzwurf bei ablaufender Wurfuhr konterte (44:43, 24´). Bei jedem Ballbesitz wurde die geballte Playoffintensität erweitert und die Brisanz des Schwabenderbys unterstrichen. Einsatzwille und Kampfbereitschaft bestimmten die Partie. Thomas Klepeisz brachte Ulm von der Linie (Klepeisz 6/6 Freiwürfe) knapp in Führung, worauf Cotton mit einem Buzzerbeater von jenseits der Linie konterte und die Partie nach drei Vierteln ausglich (53:53, 30´).

Es ging also mit einem Gleichstand ins Schlussviertel. War es am Samstag ein offensiv geprägter Kampf, so war es an diesem Abend eine Defensivschlacht: Yorman Polas Bartolo (19 Punkte) übernahm nun die Verantwortung und brachte mit 7 aufeinanderfolgenden Punkten die Ludwigsburger Playoff-Atmosphäre zum Kochen (62:59, 35´). Die Barockstädter zeigte in dieser Phase ihre elitäre Verteidigung, doch verpassten es im Angriff entscheidend zu punkten – Ulm ließ sich dadurch nicht abschütteln. Radebaugh zeigte, wie bereits am Samstag, was es bedeutet unter Druck abzuliefern und brachte die Ludwigsburger mit seinem Distanztreffer zum 69:65 in Führung (39´). Doch die Gelb-Schwarzen schafften es in Folge nicht, das Spiel zuzumachen und Bretzel und Christon (23 Punkte) glichen die Partie für Ulm aus – das Spiel ging somit in die Verlängerung (69:69, 40´).

Die Partie bekam, was sie verdiente und zwar 5 Minuten extra Spielzeit. Jordan Hulls eröffnete die Zugabe für die RIESEN per Distanztreffer und James Woodard (13 Punkte, 9 Rebounds) legte mit einem willensstarkem Tip-In nach (74:69, 41´). Ludwigsburg wollte den Matchball nun unbedingt: Radebaugh (17 Punkte, 6 Rebounds und 5 Assists) nutzte eine Ulmer Unachtsamkeit eiskalt aus, klaute den Ball und vollendete selbst zur 7-Punkte Führung, worauf hin Lakovic den Spielfluss der Ludwigsburg noch einmal mit einer Auszeit zu unterbrechen versuchte (78:71, 42´). Ulm stemmte sich ein letztes Mal vergeblich gegen die drohende Niederlage, doch Ludwigsburg behielt die Nerven von der Linie und ließ sich den zweiten Sieg der Serie nicht mehr nehmen (81:77, 45´).

Die Ludwigsburger gewinnen eine erneute Playoffschlacht und erkämpfen sich somit den Matchball für Spiel 3 am Donnerstag in Ulm (19:00 Uhr). Entscheidend für den heutigen Ludwigsburger Sieg war die Unterlegenheit bei den Rebounds aus Spiel 1 auszugleichen (40:39 Rebounds) und sich besonders am offensiven Brett zweite Chancen zu erarbeiten (17:6 Offensivrebounds, 15:4 generierte Punkte). Zudem schaffte man es, eigene Turnovers zu vermeiden und auf der Gegenseite zu generieren (8:15), sowie in bekannter Manier deutlich häufige als der Gegner abzudrücken (79:54 Feldwurfversuche).

Nächstes Heimspiel

Die Serie wechselt nun nach Ulm, wo die MHP RIESEN am Donnerstag mit aller Macht den Sack zumachen und das Ticket für’s Halbfinale gegen Berlin oder Bamberg (aktuell 2-0) lösen wollen. Im Falle eines Spiel 5 (Dienstag, 24. Mai um 19.00 Uhr in der MHPArena) gehen die Tickets nach Ausgang des entsprechenden Spiel 4 (Sonntag, 15.00 Uhr @ Ulm) in den Verkauf.

Für den Fall, dass die Ludwigsburger in Ulm den Einzug in die nächste Playoffrunde klarmachen können, wartet dort der Sieger der Serie zwischen ALBA BERLIN und Brose Bamberg. Gegen Berlin besäße man keinen Heimvorteil und das erste Heimspiel wäre ein Spiel 3 der Serie am Freitag, den 3. Juni 2022. Heißt der Gegner Bamberg, hätte man Heimrecht und würde die Unterfranken Ende Mai in der MHPArena empfangen.

Tickets für alle Playoff Heimspiele sind sobald die exakten Terminierungen feststehen im RIESEN Ticketshop, der Tickethotline, in der Geschäftsstelle und an allen Eventim Vorverkaufsstellen verfügbar. (Zu den Tickets auf der Sparda-Tribüne geht es hier entlang.).

 

Für Ludwigsburg spielten:

Yorman Polas Bartolo 19 / Jonah Radebaugh 17 (6 Rebounds, 5 Assists) / James Woodard 13 (9 Rebounds) / Ethan Happ 11 (6 Rebounds) / Tekele Cotton 7 (5 Rebounds) / Jordan Hulls 5 / Justin Simon 4 / Lukas Herzog 3 /Jonas Wohlfarth-Bottermann 2 / Jacob Patrick / Johannes Patrick und Jonathan Bähre.

Für Ulm spielten:

Semaj Christon 23 (6 Rebounds) / Jaron Blossomgame 20 (5 Rebounds) / Sindarius Thornwell 12 (7 Rebounds) / Thomas Klepeisz 9 / Nicolas Bretzel 4 / Karim Jallow 3/ Per Günther 3 / Fedor Zugic 2 / Sean Evans 1 / Christoph Phillips / Marius Stoll und Moritz Krimmer.

Statements

Jaka Lakovic | Headcoach ratiopharm ulm:
"Meinen Glückwunsch an Ludwigsburg und Coach Patrick zum Sieg und für 2-0 Führung in der Serie. Es war noch einmal ein gutes Playoff-Spiel, sehr hart von Anfang bis Ende. Wir hatten noch einmal die Chance, den Sieg nach Hause zu holen und haben es nicht getan - dafür haben wir in der Verlängerung den Preis gezahlt. Wir haben genau das getan, was man gegen Ludwigsburg nicht tun sollt: 3 Ballverluste in der Overtime, insgesamt 17 Offensivrebounds für 15 Punkte. Das ist dann auch die Geschichte des Spiels. Manchmal ist Basketball so einfach. Einfache Dinge geben - besonders in den Playoffs - den Ausschlag: Rebounds, Turnovers - zwei Mal haben wir dafür den Preis gezahlt. Hoffentlich können wir uns in den Basics verbessern und zuhause den Sieg holen."
John Patrick | MHP RIESEN Ludwigsburg:
"Es war wieder ein Krimi, noch einmal mit dem besseren Ende für uns. Ich denk Jaka hat alles gesagt: Wir haben unsere vergebenen Freiwürfe mit Offensivrebounds ausgeglichen. Es ist schwer, etwas gegen Blossomgame zu sagen - wobei Yorman exzellent verteidigt und 19 Punkte gemacht hat. [Blossomgame] ist für mich der beste Offensivspieler der Liga und bereit für die NBA. Heute haben wir mit Yorman einen Weg gefunden. Tremmell musste leider aufgrund von Beinproblemen aussetzen, WoBo hatte schnell Foulprobleme. Ein Kompliment an Ethan, der ein paar Spiele auf der Bank saß und heute gute Impulse gebracht hat. Wir haben oftmals mit einem sehr kleinen Lineup gespielt, zum Beispiel Lukas Herzog und Tekele auf der 4, weil das gegen Blossomgame besser funktioniert hat. Am Ende haben die Details entschieden, die heute auf unserer Seite waren."
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