RIESEN zeigen Moral, verlieren aber in Bamberg

Category News Date 2019-12-28 Brose Bamberg vs. MHP RIESEN Ludwigsburg 75:68

Im Top-Spiel des 13. Spieltags verlieren die MHP RIESEN Ludwigsburg ihr Auswärtsspiel bei Brose Bamberg 68:75. Nach einem zwischenzeitlichen 21-Punkte-Defizit kämpfen sich die Schwaben im Anschluss an den Seitenwechsel heran, können das Blatt aber nicht mehr wenden.    

Äußerst stark gespielt, schlussendlich aber dennoch ohne einen Lohn für die harte Arbeit: Ariel Hukporti. Foto: Daniel Loeb.   

Ins Top-Spiel der easyCredit BBL starteten beide Mannschaften wie erwartet; unveränderte Startformationen, unveränderte Schwerpunkte (Inside-Spiel vs. guard-lastiges Spiel) und eine unverändert intensive Herangehensweise sollten dennoch für eine einseitige Anfangsphase sorgen: Brose Bamberg fand über Assem Marei und Co. schnell seinen Rhythmus, Ludwigsburg agierte glücklos und sah sich früh zur ersten Auszeit der Partie gezwungen (4:0, 3. Spielminute). Trotz des ersten personellen Wechsels, Marcos Knight kam für Nick Weiler-Babb ins Spiel, änderte sich auch in den nächsten Minuten am Geschehen wenig. Während die Oberfranken mit ihrer Physis das Geschehen bestimmten, lief bei den MHP RIESEN äußerst wenig zusammen. Die Gäste waren vor allem in Korbnähe klar unterlegen und sahen sich verdientermaßen zweistellig in Rückstand. Erst im späten Verlauf des ersten Viertels fanden die Schwaben, auch dank zweier Auszeiten, etwas Zugriff und kamen zu defensiven Stops, wodurch sie vorerst nicht noch weiter abreißen lassen mussten (25:12, 10.)

Unterstützt durch die defensive Präsenz Ariel Hukportis lief es für die Ludwigsburger ab dem zweiten Viertel kurzzeitig besser: Die Gäste legten durch Jaleen Smith und Nick Weiler-Babb einen 5:0-Lauf aufs Parkett, mussten es aber bei diesem kleinen Leuchtfeuer belassen. Bamberg war alsbald wieder am Drücker und dominierte das Top-Spiel nach nahezu allen Regeln der Kunst. Aus einer exzellent funktionierenden Defensive heraus agierten die Hausherren konsequent und zielgerichtet und zeigte eine der besten Leistungen im Saisonverlauf. Doch so sehr die MHP RIESEN auch haderten, sie mussten nicht vorentscheidend abreißen lassen, mehr war jedoch ebenfalls nicht drin. Die Bamberger Bigmen-Riege war omnipräsent und von Jonas Wohlfarth-Bottermann, Tanner Leissner, Hans Brase und Hukporti trotz allem Einsatz nicht zu halten. Da sich zudem die RIESEN-Guards vergeblich mühten, war der deutliche Rückstand beim Gang in die Kabinen folgerichtig (43:24, 20.), die dritte und höchste Saisonniederlage drohte.

Ludwigsburger Aufholjagd und Weiler-Babb-Verletzung

Angeführt von Khadeen Carrington, der neun Zähler in Serie markierte, und einem deutlich verbesserten Fokus kamen die Ludwigsburger dann jedoch mit einem kleinen Lauf aus der Halbzeitpause auf das Parkett der Brose Arena zurück – und witterten Morgenluft. Doch Louis Olinde wusste die Seinen rechtzeitig mitzureißen, sodass sich nun auf beiden Seiten die Intensität des Top-Spiels Bann brach. Da die minimalen Vorteile nach kurzer Zeit wieder bei den Hausherren lagen, sah sich Patrick zur nächsten Seitenrand-Ansprache genötigt und fand, wie schon in der Halbzeitpause, den richtigen Tonfall: Die Worte des US-Amerikaners fruchteten, sodass die MHP RIESEN nun erneut einen 6:0-Lauf aufs Parkett legten und Roel Moors tobend an der Seitenlinie zurückließen (57:47, 30.).

Die Laune des Belgiers hellte sich erst mit dem Beginn des Schlussabschnitts wieder auf: Bamberg fand zurück in die Spur, Ludwigsburg ließ nun ebenfalls nicht mehr nach, musste aber ab der 33. Spielminute auf Nick Weiler-Babb verzichten. Der 23-Jährige verließ nach einem Sturz auf den Boden und einer Landung in der LED-Bande unter großen Schmerzen das Parkett, sollte nicht zurückkehren und musste noch in Bamberg ins Krankenhaus. (Dort gab es zumindest leichte Entwarnung, sodass Weiler-Babb nach Ludwigsburg zurückkehren konnte.) Auch ohne ihre #1 gaben sich die MHP RIESEN in der Crunchtime zwar nicht auf, kämpften und schmissen sich in jeden Ball – doch entscheidend ins Rollen kamen sie nicht. Bamberg setzte aus einem gut funktionierenden Teamplay, toller Ballbewegung und einer starken Defensive heraus die entscheidenden Nadelstiche, die Ludwigsburger Foulbelastung tat ihr Übriges: Trotz einer starken zweiten Halbzeit und einer immens spannenden und knappen Schlussphase mussten sich die Ludwigsburger zum dritten Mal im Saisonverlauf geschlagen geben und verloren das Top-Spiel der easyCredit Basketball Bundesliga schlussendlich verdientermaßen 68:75.

Statements und Stats

John Patrick | Headcoach Ludwigsburg: „Erst einmal möchte ich Coach Moors und Bamberg zum Sieg gratulieren. Das war heute ein verdienter Sieg. Sie haben uns besonders in der ersten Halbzeit und besonders unter dem Korb dominiert. Kompliment an Paris Lee, er war heute mit acht Assists, null Turnovern, einer guten Entscheidungsfindung und einer guten Ballbewegung spielentscheidend. Während wir uns in der ersten Halbzeit in ein Loch gegraben haben, kamen wir in der zweiten Halbzeit gut zurück. Wir hatten zu wenig Energie, haben aber Moral gezeigt. Unter dem Korb hatten wir gute Looks, doch Bamberg hat gehustelt und acht Würfe geblockt. Auch das war wichtig.“

Roel Moors | Headcoach Bamberg: „Danke John, das war heute gegen ein sehr gutes und sehr starkes Team ein sehr wichtiger Sieg für uns. Auch ich bin der Meinung, dass wir exzellente Defensive gespielt und ihnen wehgetan haben. In der zweiten Halbzeit haben wir den Rebound dann nicht mehr kontrolliert, Ludwigsburg hat davon profitiert. Aber, wenn du ein Team mit so viel individueller Klasse bei nur 68 Punkten halten kannst, ist das ein gutes Zeichen.“

Für Bamberg spielten: Assem Marei 16 Punkte, Louis Olinde 14/7 Rebounds, Christian Sengfelder 13, Kameron Taylor 10/7, Paris Lee 10/6/8 Assists, Retin Obasohan 6, Darion Atkins 4, Elias Harris 2, Tre McLean, Nelson Weidemann und Bryce Taylor.  

Für Ludwigsburg spielten: Khadeen Carringon 21 Punkte, Marcos Knight 18, Jaleen Smith 13, Jonas Wohlfarth-Bottermann 6, Thomas Wimbush 4, Nick Weiler-Babb 2, Konstantin Konga 2, Ariel Hukporti 2, Tanner Leissner und Hans Brase.

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