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Rückschlag in Ulm

Category News Date 2020-10-25 ratiopharm ulm vs. MHP RIESEN Ludwigsburg 92:72

Im zweiten Gruppenspiel des MagentaSport BBL Pokals unterliegen die MHP RIESEN Ludwigsburg ratiopharm ulm 72:92. Durch die deutliche Derby-Niederlage benötigen die Barockstädter am Sonntag im abschließenden Gruppenspiel gegen Bamberg, sofern Ulm zuvor gegen Würzburg gewinnt, einen deutlichen Sieg, um das TOP FOUR zu erreichen.

Lukas Herzog macht gegen Patrick Heckmann und Ulm ein ausgezeichnetes Spiel. Der 19-Jährige ist defensiv einer der besten Ludwigsburger und sorgt offensiv für Entlastung. Die Niederlage kann er aber auch nicht verhindern. Foto: Gunnar Rübenach.

Mit dem erstmals in die Starting Five rückenden Desi Rodriguez, dem genesenen Jacob Patrick auf der Bank und großer Spielfreude starteten die MHP RIESEN sehr ansprechend in die zweite Partie des MagentaSport BBL Pokals. Gleich im ersten Angriff sorgte Jordan Hulls aus der 6,75-Meter-Distanz für die Gäste-Führung. Insgesamt legten die beiden Kontrahenten jedoch eine zerfahrene Anfangsphase auf das Parkett der mit 600 Zuschauern „ausverkauften“ ratiopharm arena in Neu-Ulm; die notwendige Konzentration fehlte auf beiden Seiten. Einzig John Petrucelli mangelte es in der Anfangsphase nicht am nötigen Fokus: Der 27-Jährige fand schnell seinen Rhythmus und sorgte mehr oder minder im Alleingang für das Aufkommen der Ulmer (8:5, 4. Spielminute). Aus Gäste-Sicht sollten sich erst die Hereinnahme von Lukas Herzog bemerkbar machen. Der 19-Jährige brachte den auf dem Parkett vorhandenen Einsatz auf ein neues Level – und riss die Ludwigsburger mit. Die Hausherren blieben dennoch vorerst am Drücker, was vor allem an einer erstklassigen Transition-Offensive lag (24:18, 10.).

Mit den Korberfolgen von Elias Harris und Hulls sollte der Beginn des zweiten Viertels dann mehr nach dem Gusto von Headcoach John Patrick sein. Die Gäste kämpften sich erneut bis auf drei Zähler heran. Doch in der Defensive blieben die gelb-schwarz gekleideten Ludwigsburg weiterhin hinter dem von Heacoach John Patrick Geforderten zurück. Das flüssige Ulmer Offensivspiel mündete mehrfach in Zählbarem, was den US-Amerikaner zur intensiven Seitenrand-Ansprache bewog (29:24, 14.). In den folgenden Minuten sollte der 52-Jährige aber trotz der vielen Worte nicht zufriedener mit der gezeigten Leistung sein. Während die Hausherren mit ihrer effizienten, uneigennützigen Spielweise überzeugten und allein in den ersten zwanzig Spielminuten 12 Assists spielen und die Bretter kontrollieren sollten, stotterte der RIESEN-Motor weiterhin gewaltig. Ludwigsburg musste abreißen lassen (42:33, 20.).

Ludwigsburg verliert den Faden und das Spiel

Auch nach dem Gang in die Kabinen hatten die Gäste weiterhin das Nachsehen: Herzog und Jaleen Smith, der beinahe das komplette Spiel durchspielte, trafen zwar aus der Distanz, doch in der Defensive fehlte die Zuordnung, die Galligkeit und das entscheidende Quäntchen Glück. Ulm kam abermals ins Laufen und setzte sich einmal mehr, nun auf 52:39, ab (23.). Nach einer weiteren Auszeit, der vierten der Partie, kratzten die MHP RIESEN erneut kurzzeitig sehr erfolgreich am Momentum des Spiels: Sie bissen sich über ihre nun funktionierende Defensive regelrecht in den Schlagabtausch, kämpften nun um jeden Ball. Zweifelsohne funktionierte weiterhin nicht alles, doch die Körpersprache war nun eine andere, auch wenn das Defizit vorerst nicht geringer wurde. Mit entsprechendem Einsatz und einer nun klickenden Verteidigung begannen sich die Gäste langsam zu erholen – und verkürzten mit einem Vierpunktspiel von Hulls zum Viertelende (68:59, 30.).

Das Aufkommen der Schwaben sollte allerdings nur von kurzer Dauer sein: Der Sand kehrte alsbald ins Getriebe zurück. Ulm agierte weiterhin besser, flüssiger und setzte sich, ohne dass Ludwigsburg etwas dagegen machen konnte, bis auf 19 Zähler ab – was bereits in der 34. Spielminute einer Entscheidung gleichkam. Die Schlussphase war entsprechend nur noch ein Ulmer Schaulaufen. Während Ludwigsburg an diesem Abend die Mittel fehlten, spielten die Mannen von Jaka Lakovic weiterhin wie aus einem Guss.

Trotz der schmerzlichen 72:92-Niederlage haben die MHP RIESEN Ludwigsburg das Weiterkommen im MagentaSport BBL Pokal weiterhin in eigener Hand. Dafür benötigen die Barockstädter am morgigen Sonntag im abschließenden Gruppenspiel gegen Bamberg (25.10.; Tip-Off 20:30 Uhr) einen deutlichen Erfolg. Ein ausführlicher Vorbericht dazu folgt.

Stats

Für Ulm spielten: Dylan Osetkowski 18 Punkte, John Petrucelli 15, Troy Caupain 13 / 6 Assists, Andreas Obst 13, Per Günther 11, Christoph Philipps 11, Aric Holman 6, Patrick Heckmann 5, Trey Landers, Isaiah Wilkins und Nat Diallo.

Für Ludwigsburg spielten: Jaleen Smith 17 Punkte / 5 Rebounds, Elias Harris 13, Jordan Hulls 11, Yorman Polas Bartolo 9, Lukas Herzog 6, Barry Brown 6, Jonas Wohlfarth-Bottermann 4, Tremmell Darden 4, Desi Rodriguez 2, Andrew Warren und Johannes Patrick.

Statements

John Patrick | Headcoach MHP RIESEN Ludwigsburg
"Erst einmal Gratulation an Jaka [Lakovic] und die Ulmer Mannschaft. Sie waren heute viel besser, viel stärker und viel aggressiver, auch mental. Man sieht allein an den Rebounds, wie Ulm uns heute unter dem Korb dominiert hat. Es war eine schwierige Woche für uns, wir waren nach einem falschen Positivtest in Quarantäne- müssen aber für dieses Spiel bereit sein. Ich bin froh, dass wir überhaupt spielen können. Morgen Abend möchten wir gegen Bamberg alles geben, ein besseres und clevereres Spiel machen."
Jaka Lakovic | Headcoach ratiopharm ulm
"Unsere Intensität war heute sicherlich auf dem richtigen Level – und einer der Faktoren, weshalb wir Ludwigsburg heute geschlagen haben. Ludwigsburg spielt normalerweise mit mehr Intensität, mehr Defensive und einem verbesserten Rebounding. Wir wollten diese Faktoren heute ausgleichen und haben dies geschafft. Wir haben die Rebounds kontrolliert und mit einer guten Ballbewegung das Spiel entscheiden. Unser Plan ist aufgegangen."