#ihrundwir
Tickets

Shootout mit Halbzeitrekord in Ludwigsburg bei 95:102-Heimniederlage

Category News Date 2022-10-12 MHP RIESEN Ludwigsburg vs. Rostock Seawolves 95:102
Foto: Eibner / Roger Buerke

Zum ersten Heimspiel der Saison 22/23 empfingen die MHP RIESEN Ludwigsburg Gäste aus dem hohen Norden. Der einzige Aufsteiger in die easyCredit Basketball Bundesliga, die ROSTOCK SEAWOLVES, traten die weite Reise unter der Woche an und versuchten, mit zwei Siegen in die Saison zu starten. Die 2.576 Zuschauer in der MHPArena wussten zu diesem Zeitpunkt noch nicht, was sie erwartet. Es war ein Offensivfeuerwerk mit hohem Tempo und den meisten Punkten in einer Halbzeit seit Datenerfassung der BBL.

Die ersten zwei Punkte des Abends waren den RIESEN und Jhonathan Dunn vorbehalten. Zu Beginn zeigten sie sich absolut kaltschnäuzig von der Dreierlinie und konnten nach etwas mehr als zwei gespielten Minuten, dank drei getroffenen Dreiern, mit 11:2 in Führung gehen. Das Tempo blieb weiterhin hoch und die SEAWOLVES legten selbst einen guten Run hin und kamen direkt auf 13:9 heran (4‘). Im Anschluss konnte die Ludwigsburger Defensive ein ums andere Mal überzeugen und wurde ihrem Ruf als gefürchtete, aggressive Einheit gerecht. Mit gutem Kombinationsspiel konnte Jacob Patrick zwei Mal freigespielt werden und die Dreierquote bei den RIESEN blieb weiter gut. So zog man zwischenzeitlich mit 13 Punkten davon (26:13, 6‘). Bei den Rostockern machte sich nun Sid-Marlon Theis daran, die Distanzwürfe seines Teams zu verwandeln und konnte ebenfalls zwei versenken (28:22, 8‘). Beide Coaches waren mit der Defensivleistung ihrer Teams überhaupt nicht zufrieden, was man auch daran merkte, dass nach bereits 8 gespielten Minuten alle Timeouts aufgebraucht waren. Zu Ende des ersten Viertels erzielte Isaiah Whitehead mit einem schönen Spin Move zwei Punkte und es stand 32:24. Die Dreierquoten zu diesem Zeitpunkt? Ludwigsburg mit 55% (6/11) und Rostock mit 57 % (4/7).

Das zweite Viertel wurde vom nächsten Dreier durch den Rostocker Sid-Marlon Theis eröffnet, der weiter perfekt aus der Distanz agierte. Anschließend wurde das Spiel etwas zerfahrener und viele kleine Fouls bestimmten das Geschehen. Trotzdem konnte beide Teams weiter zuverlässig Punkten und die RIESEN zogen dank Justin Johnson erneut auf 13 Punkte davon (46:33, 15‘). Mit weiteren Freiwürfen konnte Ludwigsburg nach lediglich 15 gespielten Minuten schon die 50-Punkte-Marke knacken. Rostock hielt jedoch stets gut dagegen und konnte erst durch ein Fastbreak, anschließend durch einen Dreier von Derrick Alston Jr. verkürzen (56:47, 18‘). In den letzten 90 Sekunden blockte erst Jacob Patrick den Rostocker Gabriel de Oliveira, bevor Isaiah Whitehead auf der anderen Seite mit Power und Willen zum Korb zog und verwandelte (64:50, 20‘). Nach einem weiteren Rostocker Korb ging es mit 64:52 in die Pause. Die RIESEN trafen jeden zweiten Wurf hinter der Dreierlinie, die Rostocker sogar zwei aus drei. Insgesamt waren 116 Punkte in einer Halbzeit Rekord für die BBL.

Im letzten Auswärtsspiel der RIESEN traf Head Coach Josh King die richtige Ansprache, dieses Mal war es Gästecoach Christian Held. Während die Ludwigsburger 4 Minuten lang keine Punkte erzielen konnten, holten die Rostocker den Rückstand komplett auf (64:64, 25‘). Vor allem unter dem Brett hielten die SEAWOLVES zu diesem Zeitpunkt stark dagegen und sammelten einen Rebound nach dem anderen, was auch der immer schlechter werdenden Wurfquote der Ludwigsburger geschuldet war. Offensiv konnten die Gäste durch Derrick Alston Jr. und Tyler Nelson nun erstmals seit langer Zeit in Führung gehen (70:74, 29‘). Die Barockstädter wollten jedoch nicht mit einem Rückstand ins letzte Viertel gehen und erzielten sechs Punkte in Folge zum 76:74.

Spannung war für den letzten Abschnitt garantiert und das Spiel Stand auf Messers Schneide. Jhonathan Dunn konnte mit einem Steal und selbst verwandelten Wurf die Führung zunächst ausbauen, doch die Rostocker blieben dank vier früher Fouls der RIESEN dran (85:83, 35‘). Isaiah Whitehead verlor zunächst einen einfachen Ball, eroberte sich diesen beim versuchten Layup jedoch gleich wieder zurück. Im Anschluss legten die SEAWOLVES trotzdem weiter nach und konnten 9 Punkte am Stück erzielen. Dass sie im letzten Viertel gefährlich sind, weiß man spätestens seit dem Spiel in Ulm und nun rissen sie das Spiel endgültig an sich (85:90, 35‘). Die hektische Schlussphase war nun eingeläutet und die besseren Nerven zeigte der Liganeuling. Während sie weiterhin eiskalt verwandelten, wurde die Luft für die Riesen immer dünner. Spätestens in der letzten Spielminute beim Stand von 93:102 ging sie komplett aus. Ein letzter Korb war nur noch Ergebniskosmetik und das Spiel endete 95:102. Die SEAWOLVES zeigten auch im zweiten Spiel bis zum Schluss den nötigen Biss und nahmen in einer äußerst unterhaltsamen Partie den Sieg schließlich mit auf die lange Heimreise.

Das nächste Spiel

Zur nächsten Partie fahren RIESEN in die Hansestadt Hamburg. Am Samstag den 15.10.22 geht es im Magenta Sport BBL Pokal gegen die Veolia Towers Hamburg. Hier treffen die Ludwigsburger auf ihren ehemaligen Spieler Jonas Wohlfarth-Bottermann, wenn es um 20:30 Uhr zum Tip-Off geht.

Die Stimmen zum Spiel

Christian Held (ROSTOCK SEAWOLVES):

„Zuerst noch Glückwunsch an Josh und sein Team für die erste Halbzeit. Sie spielten so wie man zuhause spielen muss und taten uns mit allem weh, speziell die Pick and Rolls haben perfekt funktioniert. Die ersten beiden Viertel mussten wir je 32 Punkte einstecken. In Halbzeit zwei waren es insgesamt nur 31 Punkte, das war der Schlüssel zum Sieg.“

Josh King (MHP RIESEN Ludwigsburg):

„Glückwunsch an Christian und Rostock, sie haben das Spiel absolut verdient gewonnen. Sie waren einfach hungriger und aggressiver. Wir haben einfach nicht verteidigt. Das soll jetzt absolut nichts gegen Rostock sein, aber wenn man 64 Punkte in einer Halbzeit erzielt, muss man mindestens 20-30 Punkte vorne sein, insbesondere bei unserem Fokus auf die Verteidigung. Derrick Alston Jr., Tyler Nelson und JeQuan Lewis haben uns viele Probleme in der Offensive bereitet und das ganze Team hat uns defensiv dominiert. Wir haben 102 Punkte kassiert und deshalb müssen wir unsere Defense verbessern.“

Für Ludwigsburg spielten:

Prentiss Hubb 18 (5 Assists) / Jhonathan Dunn 16 / Justin Johnson 12 (10 Rebounds) / Isaiah Whitehead 11 / Jacob Patrick 9 (3/3 3Pt.) / Eddy Edigin 9 / Jeff Roberson 8 / Ben Shungu 6 (4 Assists) Yorman Polas Bartolo 6 / Johannes Patrick 0 / Jonathan Bähre DNP / Sebastian Hartmann DNP

Für Rostock spielten:

Derrick Alston Jr. 29 (67% FG) / Tyler Nelson 20 / JeQuan Lewis 17 (7 Assists) / Sid-Marlon Theis 9 (3/3 3Pt.) / Till Glogger 8 / Nijal Pearson 7 (7 Rebounds) / Selom Mawugbe 6 / Jordan Roland 3 / Gabriel de Oliviera 3 / Stefan Ilzhöfer 0 / Roy Krupnikas DNP