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RIESEN Veränderung bei unveränderter Identität

Category News, Kader Date 2022-10-12
Foto: Gerd Käser

Die MHP RIESEN Ludwigsburg blicken auf den wohl turbulentesten Sommer der letzten Jahre zurück. Genauer gesagt der letzten 9 Jahre. Im Januar 2013 trat John Patrick sein Amt als Cheftrainer an. Es sollte das erfolgreichste Beinah-Jahrzehnt der Clubhistorie werden. Zum Ende der abgelaufenen Spielzeit verkündete Patrick seinen Abschied Richtung Japan (Chiba Jets Funabashi). Sein Amt übernommen hat kein Unbekannter. Joshua „Josh“ King, ehemaliger Assistenztrainer Patricks (2018-2021), ist nach Ludwigsburg zurückgekehrt. Die ersten Spiele wurden bereits erfolgreich absolviert, trotzdem lohnt es sich, nochmals einen genauen Blick auf alle Veränderungen zu werfen.

Auf den ersten Blick scheint bei den MHP RIESEN Ludwigsburg vieles neu zum Start der Saison 2022/23. Ein neues Trainerteam und viele neue Spieler. Doch bei genauerem Hinsehen fällt auf, dass Einiges an vertrauter RIESEN-Identität und Mentalität im neuformierten Coachingteam und Teamkader steckt. Nachdem John Patricks Abschied feststand, kursierten einige Spekulationen um die vakante Stelle als Headcoach. Mit Josh King konnte man eine externe und dennoch gefühlt interne Personalie präsentieren. Alexander Reil, 1. Vorsitzender der RIESEN, betonte bei der Vorstellung, King bringe neben seiner hervorragenden fachlichen Kompetenz die nötige Identifikation sowie Mentalität mit und lebe diese selbst vor. King coachte bereits von 2018 bis 2021 gemeinsam mit Patrick die Gelb-Schwarzen, bevor er vergangene Spielzeit sein internationales Headcoaching-Debüt in Prag bei USK Praha feierte und diese bis ins Viertelfinale der tschechischen Playoffs führte. Nach einer erfolgreichen „Rookie Season“ kehrt King nun als Cheftrainer zurück in die Barockstadt.

Ein weiteres neues bekanntes Gesicht gibt es auf der Position des Chefassistenten. Der Nachfolger für Lars Masell, welcher den Trainerposten in Bayreuth übernahm, ist die Ludwigsburger Basketballikone schlechthin: David McCray. „DMac“ war bereits letztes Jahr im Trainerstab der Profimannschaft und vor allem als Cheftrainer der 2. Mannschaft sowie des NBBL-Teams tätig. Die 2. Mannschaft belegte den zweiten Platz in der 1. Regionalliga und stieg im Zuge der Aufstockung der ProB Barmer 2. Basketball Bundesliga in diese auf. Die NBBL-Mannschaft wurde Hauptrunden-Erster im Süden, bevor man in den Playoffs den Ulmern unterlag. McCray´s Coachingleistungen wurden mit der Auszeichnung als NBBL-Trainer des Jahres honoriert. Der nächste Schritt in McCray´s Entwicklung ist nun der vollständige Fokus auf die Profimannschaft. Die Leitung der 2. – und NBBL-Mannschaft wird künftig Kheeryoung „Khee“ Rhee übernehmen, welcher vom FC Bayern Basketball nach Ludwigsburg kommt. Komplementiert wird das Trainerteam durch David Pavlakovich, der als Assistenztrainer sowie Video-Koordinator unterstützen wird. Die MHP RIESEN Ludwigsburg gehen mit einem jungen (King 37 Jahre, McCray 35 Jahre & Pavlakovich 27 Jahre), hungrigen und motivierten Trio auf der Trainerbank in die Saison.  Das Team ist zwar neu zusammengestellt, hat aber dennoch ein hohes Maß an Ludwigsburger Basketball-DNA verinnerlicht.

Wie schon der Trainerstab, scheint auch der Spielerkader weitestgehend umgekrempelt. Rein personell betrachtet ist dies auch der Fall. Lediglich die Gebrüder Patrick – Johannes und Jacob, Jonathan Bähre, Yorman Polas Bartolo und die Nachwuchsspieler Emmanuel Ugbo und Nico Santana Mojica sind vom letztjährigen Team „übrig“ geblieben.

Ein genauer Blick auf die Neuzugänge verrät jedoch, dass man wieder Charaktere gemäß der bekannten Ludwigsburger Philosophie und Spielidee eines defensivorientierten, athletischen und schnellen „Smallballs“ verpflichtet hat. Headcoach King betonte, Ludwigsburg habe sich die vergangenen Jahre durch bestechende Defensive definiert und so national als auch international den Ruf eines unangenehmen Gegners erlangt. Das sei auch diese Saison wieder das Ziel. Beim Blick auf den Kader erklärte King, jeder Spieler bringe unterschiedliche Stärken mit, was einen für gegnerische Teams schwer ausrechenbar mache.

Einer der Schlüsselspieler könnte der vom Ligakonkurrenten BG Göttingen verpflichtete Jeffrey Roberson sein. Der 1,98 m große Flügelspieler ist ein Alleskönner und sogenannter „Two-Way-Player“ – mit Stärken sowohl in der Offensive als auch in der Defensive. „Jeff“ ist auf mehreren Positionen einsetzbar, kann Führung übernehmen und ist somit der ideale Spieler für das Ludwigsburger Konzept.

Eine wichtige Rolle wird auch der aus Italien vom FIBA Europe Cup-Finalist Reggio Emilia gekommene „Big Men“ Justin Johnson einnehmen. Ein bulliger, moderner, sogenannter „spielender Big“, der Inside wie auch Outside scoren kann und trotz seiner „nur“ zwei Meter Körpergröße durchsetzungsstark beim Kampf um Rebounds agiert. Mit seiner harten Spielweise geht Justin beispielhaft voran.

Mit Isaiah Whitehead gelang es, einen Spieler mit Erfahrung auf Topniveau in die Barockstadt zu holen. Whitehead, in der Highschool als McDonald´s All-American (einer der besten Highschool-Spieler des Landes) ausgezeichnet, spielte am College unter anderem mit den Ex-RIESEN Khadeem Carrington und Desi Rodriguez zusammen und lief später für die Brooklyn Nets in der NBA auf. Isaiah ist ein großer dominanter Guard, der im Ludwigsburger System durchaus auch auf dem Flügel zum Einsatz kommen könnte.

Ein Mann, der die Ludwigsburger Basketballmentalität ausstrahlt wie kein zweiter, ist Yorman Polas Bartolo. „El Ciclón“ (dt.: der Wirbelsturm) spielt stets mit maximaler Intensität und Willensstärke. Seinen mittlerweile 37 Jahren zum Trotze wirkt der dreimalige Verteidiger des Jahres der Bundesliga fitter und motivierter denn je und wird dementsprechend wieder ein wichtiger Führungsspieler sein.

Eine positive Überraschung der Preseason ist Rookie Ben Shungu. Der 24-Jährige US-Amerikaner kam frisch von der University of Vermont für sein erstes Profijahr nach Ludwigsburg. In den Vorbereitungsspielen zeigte Ben, dass er auf beiden Guard-Positionen einsetzbar ist und erfrischte mit seiner Unbekümmertheit.

Mit Prentiss Hubb steht ein weiterer Rookie direkt vom College im Aufgebot der Schwaben. Prentiss kommt von der ehrwürdigen University of Notre Dame und erhielt zunächst einen Try-out-Vertrag. Durch gute Leistungen, vor allem in der Verteidigung, sowie guten Ansätzen als Spielmacher empfahl er sich für einen Profivertrag für die kommende Saison. Als bester Scorer im ersten Saisonspiel, konnte er die guten Eindrücke bereits bestätigen.

Auf der Center-Position haben sich die RIESEN im Sommer mit dem 26 Jahre alten Eddy Edigin von den Veolia Towers Hamburg verstärkt. King verspricht sich von seinem neuen Center Physis, Stärke sowie defensive Präsenz. Bei der Bekanntgabe sprach King davon, dass man von Eddy einen Entwicklungsschritt in der Offensive erwarten könne. Eddy bestätige dies mit guten offensiven Leistungen in den Testspielen und wird nun versuchen, diese positive Energie auch in die Saison zu übertragen.

Jonathan Bähre steht vor einem spannenden zweiten Jahr in der Barockstadt. Nach einer schwierigen ersten Spielzeit im Ludwigsburger Trikot, traut man „JB“ jetzt den nächsten Entwicklungsschritt zu. Mit neugetanktem Selbstvertrauen und mit neuer Rückennummer (von 7 auf 1 gewechselt) kann und soll Jonathan neuen Wind in den Ludwigsburger Front Court bringen.

Von „JB“ zu „JD“ – Jhonathan Dunn heißt der neue Distanzwurfspezialist (40% erfolgreich verwandelte Dreier) am Neckar. Dunn kommt vom Meister der BNXT League, ZZ Leiden, welcher kurioserweise vier Spieler und den Cheftrainer an die easyCredit Basketball Bundesliga verlor. Der 24-Jährige US-Amerikaner bringt eine geballte Ladung Offensivpower aus den Niederlanden mit.

Ein wichtiges Signal war die Vertragsverlängerung der beiden Patrick-Brüder Johannes und Jacob. Auf den deutschen Positionen sind beide auf ihre eigene Art enorm wichtig für das Ludwigsburger Spiel. Johannes wächst immer mehr in die Rolle eines emotionalen Leaders und kann entweder aus der Distanz oder per Zug zum Korb punkten. Jacob steht vor einer potenziellen „Breakout-Saison“ und überzeugte in der Vorbereitung zuletzt durch gutes Scoring. Bereits in der Vergangenheit war Jacob zudem stets gefürchtet für seine Fähigkeit beim Dreipunktewurf.

Eine interessante Personalie wird Sebastian Hartmann sein. Der 17-Jährige zeigte vergangene Saison beim FC Bayern Basketball in der NBBL und ProB, dass er eines der besten deutschen Talente des 2004er-Jahrgangs ist und wechselte im Sommer gemeinsam mit seinem Coach Khee Rhee aus München in die Barockstadt. Er wird sowohl in der ProB spielen als auch sich gleichzeitig Minuten im Profitraining erarbeiten.

Vergleichbares gilt für die Ludwigsburger Nachwuchstalente Nico Santana Mojica und Emmanuel „Ems“ Ugbo. Beide waren vergangene Saison Leistungsträger in der 2. Mannschaft und debütierten in der Profimannschaft. Beide werden sich im Training für Minuten empfehlen und haben einen Platz im erweiterten Profikader verdient. Zu diesem wird auch Aeneas Jung zählen. Nach zwei aufeinanderfolgenden Kreuzbandrissen spielt der gefühlte Neuzugang seit Dezember 2019 erstmals wieder Basketball.

Gegnervorstellung 1. Heimspiel: ROSTOCK SEAWOLVES

Zum Heimspielauftakt begrüßen die MHP RIESEN Ludwigsburg den Liganeuling ROSTOCK SEAWOLVES in der MHPArena. 28 Jahre nach Vereinsgründung (1994) sind die Hansestädter nun im deutschen Basketball-Oberhaus angekommen. In der abgelaufenen Spielzeit der ProA – Barmer 2. Basketball Bundesliga absolvierten die SEAWOLVES eine sehr souveräne Hauptrunde und beendeten diese auf dem zweiten Tabellenplatz. In den anschließenden Playoffs konnte man die entscheidende Halbfinalserie gegen Jena mit 3:1 Siegen gewinnen und stand erstmals in der Clubhistorie als sportlicher Aufsteiger in die höchste deutsche Spielklasse fest. Im Folgenden ProA-Finale veredelten die Rostocker die Saison nach 2:0 Siegen gegen Tübingen mit der ProA-Meisterschaft. Im Sommer gelang es den Norddeutschen, einen großen Teil der Aufstiegsmannschaft beisammenzuhalten und den Kader in der Spitze mit potenziellen Leistungsträgern zu verstärken. Unterschätzen sollte man die ROSTOCK SEAWOLVES dementsprechend auf gar keinen Fall und so verspricht es für die Ludwigsburger Fans ein packender und unterhaltsamer Heimspielauftakt zu werden!

Porsche BBA Update: Bekannt erfolgreiche Jugendarbeit belohnt sich mit Aufstieg in ProB

Die Porsche Basketball-Akademie blickt auf eine historische Spielzeit zurück. Es herrscht große Vorfreude darauf, die erfolgreiche Arbeit nun auch in der dritthöchsten deutschen Spielklasse – der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB – fortzuführen und somit einen weiteren Schritt der traditionell hervorragenden Ludwigsburger Nachwuchsarbeit zu gehen. Der Aufstieg der 2. Mannschaft aus der Regionalliga Südwest ist die Belohnung einer positiven Saisonentwicklung. „Die ProB-Mannschaft bildet somit die Speerspitze unseres Nachwuchsprogramms […] ,“ so Timo Probst, Nachwuchskoordinator der Porsche BBA. Der nahezu identische Kader konnte in der Nachwuchs Basketball Bundesliga NBBL (U19) die Hauptrunden-Süd-Meisterschaft gewinnen. In den anschließenden Playoffs musste man sich dem Konkurrenten aus Ulm geschlagen geben. Die Jugend Basketball Bundesliga JBBL (U16) Mannschaft erreichte ebenfalls die Playoffs, wo man Bamberg unterlag. Dass die Porsche BBA sprichwörtlich ausgezeichnete Arbeit leistet, bestätigten die Auszeichnungen von sowohl NBBL-Trainer David McCray (NBBL-Trainer des Jahres) als auch von JBBL-Trainer Ross Jorgusen (Mathias-Groethe-Award). David McCray wird zur kommenden Saison jedoch nicht an der Seitenlinie der ProB und NBBL stehen, sondern vollständig ins Trainerteam der Profimannschaft wechseln. Übernehmen wird Kheeryoung „Khee“ Rhee, welcher vom FC Bayern Basketball in die Barockstadt kommt und laut Probst „unser absoluter Wunschkandidat“ war.

Der Einzug in die im Oktober startende BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB war für die Jungs der 2. Mannschaft vor gut einem Jahr alles andere als absehbar. Lediglich eins der ersten vier Spiele konnte man in der Regionalliga Südwest gewinnen. Trainer McCray erinnert sich: „Zunächst muss man erst einmal sagen, dass es quasi für alle – außer vielleicht die Mannschaft selbst – total überraschend war [aufzusteigen]. Am Anfang sind die meisten, auch innerhalb der Organisation, davon ausgegangen, dass wir eher gegen den Abstieg spielen.“ Nach den Startschwierigkeiten hat sich das Team laut McCray „aber gefangen und verbessert, Dinge verändert und angepasst.“ Es wurde ein Siegeslauf gestartet und in der entscheidenden Saisonphase war man mitten im Aufstiegsrennen. Ein Rückschlag war die bittere Overtime-Niederlage in Benzheim. Die Jungs waren zwar weiterhin gleichauf mit Spitzenreiter Gießen, hatte jedoch gegen die Hessen den direkten Vergleich mit genau einem Punkt Unterschied verloren. Anschließend ging dann auch das letzte Saisonspiel personalgeschwächt verloren und die Aufstiegshoffnungen schienen zunächst vorbei. Das änderte sich durch die geplante, zweijährig angelegte Aufstockung der ProB, wonach ein zusätzlicher Aufstiegsplatz verfügbar wurde. Ende Juni bestand Gewissheit, nächste Saison in der dritthöchsten Spielklasse Deutschlands vertreten zu sein!

Die Ligavergrößerung der ProB ist der erste Schritt einer langfristig geplanten Professionalisierung. Dementsprechend ändern sich durch den Aufstieg zwar einige externe Faktoren, beispielsweise sollen alle Spiele gestreamt werden, intern hingegen möchte man auch auf höherem Level unverändert seinem Konzept treu bleiben und jungen Spielern die Verantwortung überlassen. „Wir werden keine Amerikaner, oder Ex-BBL Profis verpflichten [lediglich zwei Spieler im Kader haben bereits ProB-Erfahrung], sondern unseren eigenen Talenten eine Möglichkeit bieten, nach der NBBL den nächsten Entwicklungsschritt als Perspektivspieler für die BBL zu gehen,“ beschreibt Probst die exzellente Möglichkeit, welche der Aufstieg für das Nachwuchsprogramm bedeutet. Junge Talente bekommen so die Chance, sich im Erwachsenen-Basketball zu akklimatisieren und dennoch schon auf hohem, professionellem Niveau gefordert und gefördert zu werden.

Jung, erfolgshungrig und motiviert sind Schlagworte, mit denen sich die DNA der ProB-Mannschaft beschreiben lässt. Ebenso passen diese Attribute 1:1 zu ihrem neuen Trainer. Kheeryoung „Khee“ Rhee kommt vom FC Bayern Basketball, wo er zuletzt das NBBL-Team trainierte, an den BBA-Campus. Rhee wird sowohl die ProB- als auch die NBBL-Mannschaft betreuen und war dafür laut Probst der „absolute Wunschkandidat“ des Vereins. Der 27-Jährige hat sich in München von der U13 kontinuierlich bis zur NBBL hochgearbeitet und legt in seiner Philosophie „viel Wert auf die Zwischenmenschlichkeit […] etwas, das für uns ganz weit oben steht,“ so Probst weiter über den idealen Fit für Ludwigsburg. Rhee selbst freut sich auf die Herausforderung: „Als junger Trainer die Möglichkeit zu bekommen, bei einem bundesweit und international bekannten Verein so eine Rolle zu übernehmen, ist etwas ganz Besonderes.“

Der älteste Spieler des Kaders ist gerade einmal 20 Jahre alt. Die Stärke der BBA-Jungs wird vor allem ein eingeschworenes und hungriges Kollektiv sein, angeführt von Führungs- und Leistungsspielern. Einer kam direkt mit seinem Trainer Rhee aus München mit: Sebastian Hartmann bewies bereits vergangene Saison in München in NBBL und ProB, wieso er als eines der größten deutschen Guard-Talente des 2004er-Jahrgangs zählt. Er soll in Ludwigsburg als ProB-Führungsspieler fungieren und gleichzeitig sich für die BBL-Rotation empfehlen. Im Sommer wurde „Basti“ zur U18-Nationalmannschaft eingeladen und lernte dort direkt seinen neuen Ludwigsburger Teamkollegen Luis Nonfon kennen. Luis feierte bereits vergangene Saison sein Profidebüt und könnte ein wichtiger Eckpfeiler der ProB-Mannschaft werden. Gleiches gilt für Nico Santana Mojica, der in sein siebtes Jahr in der Barockstadt geht und im Sommer seinen Vertrag um zwei Jahre bis 2024 verlängert hat. Toptalent Emmanuel „Ems“ Ugbo hat einen turbulenten Sommer hinter sich. Zuerst lief er für die niederländische U20-Nationalmannschaft auf, bevor eine Einladung zu den NBA Academy Games, als eines von 39 Ausnahmetalenten seiner Altersklasse, nach Atlanta folgte. Er beeindruckte vor Ort und wurde resultierend von amerikanischen College Scouts umworben. Umso erfreulicher ist es, dass „Ems“ seine nächsten Schritte in Ludwigsburg gehen möchte, um sich weitere Einsätze bei den Profis zu erarbeiten. Eine schöne Geschichte, nach fast drei Jahren Verletzungspause, ist die Rückkehr von Aeneas Jung auf den Court. Aeneas soll als Teamkapitän mit Einsatz und Leidenschaft beispielhaft vorweg gehen. Mit Esli Edigin folgte der kleine Bruder vom Center der Profimannschaft, Eddy Edigin, ihm nach Ludwigsburg und wird zeigen, dass die Spielintensität in der Familie liegt. Ein weiterer Neuzugang mit enormen Entwicklungspotenzial ist Mikey de Sousa, der aus Kaiserslautern kommt und nun erstmals in einem professionellen Leistungsumfeld trainiert. Ein selbstbewusster Athlet, der das Potenzial und die körperlichen Anlagen mitbringt, um einzuschlagen. Zusätzlich könnten sogar die beiden Patrick-Brüder hin und wieder unterstützen, wobei hier der Fokus klar auf der BBL liegt.

Bei der Frage nach dem Saisonziel antwortet Probst: „Wir wollen mindestens ein Team hinter uns lassen, denn durch die zweijährige Ligaaufstockung wird es nur einen Absteiger geben. Playoffs wären der Wahnsinn, aber wir möchten uns zunächst in der Liga etablieren. Und über Allem steht für uns immer die Weiterentwicklung der Jungs.“

NBBL

Der Start in die NBBL-Saison verlief aufgrund des deckungsgleichen Kaders zur Regionalliga-Mannschaft ebenfalls durchwachsen, was keine Überraschung war. Doch nach der anfänglichen Schwächephase in beiden Wettbewerben, gelang es „streckenweise wettbewerbsübergreifend sogar bis zu 18 Spiele in Folge zu gewinnen,“ so Trainer McCray. Mit einer ähnlichen Mannschaft jedes Wochenende sowohl samstags als auch sonntags in unterschiedlichen Wettbewerben zu spielen, offenbarte jedoch Schwierigkeiten: „Wenn man die Mannschaft mit Informationen für zwei Teams überlädt, dann wird es schwierig. Wir haben immer probiert, uns auf unsere eigenen Stärken zu konzentrieren,“ erklärte McCray. Die Doppelbelastung sei zwar herausfordernd gewesen, aber man habe „versucht es zu vermeiden, den Fokus mehr auf die eine, als auf die andere Liga zu legen […] Für Spieler – und auch Trainer – gibt es aber nichts Besseres, als zu spielen. Wir haben uns deshalb immer auf die Doppelspieltage gefreut und haben das mit Blick auf die Ergebnisse in beiden Wettbewerben auch ganz gut gemeistert,“ resümierte McCray. Schlussendlich stand neben den Erfolgen in der Regionalliga auch die Hauptrundenmeisterschaft der Staffel Süd für die Porsche BBA Jungs zu Buche. In den anknüpfenden Playoffs musste man sich dann jedoch dem Favoriten aus Ulm geschlagen geben.

Zur kommenden Saison wird das Team Nachwuchsspielern die Möglichkeit bieten, sich für den ProB Kader zu empfehlen und gleichzeitig auch in der NBBL wieder anzugreifen. Ein Saisonausblick in der Jugend ist immer schwierig, denn „es wird davon abhängen, ob die jüngeren Spieler, die letztes Jahr kleinere Rollen hatten, jetzt in die neuen Rollen, die wir für sie vorgesehen haben, reinwachsen können,“ so McCray. Allerdings zeigt er sich auch zuversichtlich: „Ich denke trotzdem, dass wir eine talentierte Mannschaft haben.“ Dies bestätige das Team mit einem dritten Platz beim diesjährigen IBAM KICKZ Oktoberfesttunier 2022 und es ist bereit für den Saisonstart am 16.Oktober.

JBBL

Die JBBL konnte endlich wieder eine komplette Spielzeit absolvieren. Trainer Ross Jorgusen erinnert sich daran, dass auch diese pandemiebedingt teilweise chaotisch war, aber alles in allem steht eine positive Schlussbewertung. Laut Jorgusen erreichten die Jungs nach wackeligem Saisonbeginn, getrieben durch hohe Motivation und einer super Entwicklung, es noch in die Playoffrunde, wo man gegen Bamberg ausschied. Als Belohnung für eine starke Saison wurden mit Julis Baumer und Max Feuerle zwei Spieler für die U15 Nationalmannschaft zur Teilnahme am Nordseecup eingeladen, welchen man durch Siege gegen Schweden und Dänemark gewinnen konnte.

Eine Vorausschau ist auch für die JBBL schwierig: „Es ist jedes Jahr so, dass wir als Trainer quasi wieder von Null beginnen müssen. Zu Beginn ist es deshalb immer etwas schwierig, weil man ein Jahr lang mit einer Mannschaft gearbeitet hat und sie so weit gebracht hat. Doch dann muss man wieder von vorne anfangen. Es ist ein kontinuierlicher Prozess, aber ich freue mich auf jeden Fall auf nächstes Jahr,“ bilanziert Trainer Ross Jorgusen. Die Jungs konnten indes gemeinsam mit der U14 beim jährlichen Teambuilding im Allgäu eine echte Einheit bilden und zeigten beim Porsche BBA Season Opening mit einem eindrucksvollen 100:44 Sieg gegen Düsseldorf, dass sie bereit für die neue JBBL-Saison sind.

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