Start-Ziel-Sieg bringt weiteren Rhythmus

Category News Date 2020-12-20 MHP RIESEN Ludwigsburg vs. RASTA Vechta 85:73

Check! Desi Rodriguez und Jaleen Smith können sich über das nächste Erfolgserlebnis freuen. Während Smith gewohnt stark (13 Punkte, 8 Assists, 4 Rebounds) abliefert, macht Rodriguez (9 Punkte) gegen Vechta sein bis dato bestes Spiel im RIESEN-Trikot. Foto: Tatjana Klee.

Der 7. Spieltag der easyCredit BBL endet für die MHP RIESEN Ludwigsburg mit einem weiteren Erfolgserlebnis. Gegen RASTA Vechta dominiert der deutsche Vize-Meister die erste Halbzeit und legt schon früh den Grundstein für den 85:73-Sieg.

Mit einem zum zweiten Mal in Folge unveränderten Aufgebot und einer ebenso unveränderten Startformation starteten die MHP RIESEN mit zwei äußerst formstarken Akteuren ins Geschehen: Tremmell Darden, der am Donnerstag 39 Jahre alt wurde, eröffnete den Abend mit zwei Punkten, Jaleen Smith ließ vier weitere folgen. Dazwischen sollten jedoch etwas mehr als zwei Minuten vergehen, weshalb die Partie in der Anfangsphase nur spannend und nicht ansehnlich vonstattenging. Unzufrieden war dennoch nur Thomas Päch, der seine Mannschaft zur Auszeit beorderte (6:0, 3. Spielminute). Der 38-Jährige sah in den nächsten Minuten eine bessere Leistung seines Teams, gleichzeitig blieben aber die MHP RIESEN in nahezu allen Belangen tonangebend. Angeführt von Elias Harris setzten sie sich bis auf sieben Zähler und nach dem ersten Distanztreffer von Jordan Hulls erstmals zweistellig ab (16:6, 8.). Kurzum: Sie dominierten das erste Viertel, ohne dabei auch nur annähernd an ihr Optimum zu gelangen (19:11, 10.).

Direkt zu Beginn des zweiten Viertels hoben die Ludwigsburger ihre Leistung dann auf das nächste Level. Sie zogen in der Defensive merklich an und pressten äußerst effizient über das ganze Spielfeld, womit die Niedersachsen erhebliche Probleme hatten. Die MHP RIESEN gewannen viele Bälle und gaben in puncto Intensität klar den Ton an. Der Vize-Meister war in dieser Phase der Partie in allen Belangen überlegen, stand in den Passwegen und kam zu einfachen Punkten. Für die spektakulärsten Zähler sorgte dahingehend Desi Rodriguez, der sehenswert den Fastbreak nach eigenem Steal veredelte (36:19, 14.) und für viel Jubel sorgte. Es folgten: Eine weitere, wütende Päch-Auszeit und eine kurze Pause der Dominanz. Doch es sollte nur ein kurzes Verschnaufen sein. Denn nun war es Barry Brown, der heiß lief, 11 Zähler in kürzester Zeit markierte und einen exzellenten RIESEN-Lauf vollendete. Mit selbigem konnten sich die Hausherren bis auf 22 Punkte absetzen (52:30, 20.).

Etwas Rotation, viel Freude

Obwohl sich Jaleen Smith und Co. nach dem Gang in die Kabine für ein Vechtaer Aufbegehren bereitmachten, kam von den Gästen auch nach dem Seitenwechsel wenig: Die Gelb-Schwarzen kehrten mit einem 6:0-Lauf auf das Parkett zurück, stellten zwischenzeitlich auf +28 und kontrollierten durch ihre Intensität die Partie. Aufgrund der Deutlichkeit nahmen sie, in Anbetracht der kommenden Tage, den sprichwörtlichen Fuß vom Gaspedal. Die niedersächsischen Gäste witterten etwas Morgenluft, verbesserten ihre Dreierquote und den Rückstand kurzzeitig. Erst ein Distanzwurf von Lukas Herzog sollte den Lauf von Will Vorhees, Philipp Herkenhoff und ihren Teamkameraden einbremsen. Infolgedessen konsolidierte sich der Vorsprung wieder. So sehr, dass sich die Schwaben schon vor dem Schlussabschnitt auf der Siegerstraße wähnen konnten (73:54, 30.).

Das vierte Viertel war folgerichtig ein Auslaufen beider Teams, was die Ludwigsburger zum Aufnehmen der Rhythmen ihrer Spieler aus der zweiten Reihe nutzten. Während die Niedersachsen den Rückstand verkürzten, hielten Rodriguez, Herzog und Jacob Patrick das Heft des Handelns in ihren Händen – und sorgten im vierten Viertel für ausreichend Entlastung an beiden Enden des Parketts. Die Partie wurde zu keiner Zeit mehr spannend, der Vorsprung blieb ungefährdet und Ludwigsburg bedeutend besser, sodass das Endergebnis (85:73) schlussendlich eine Randnotiz eines ungefährdeten und wichtigen Start-Ziel-Erfolges wurde.

Im Anschluss an den sechsten Sieg im siebten Ligaspiel stehen für die MHP RIESEN in diesem Kalenderjahr drei weitere Partien auf der Agenda. Bevor Würzburg (27.12.) und Hamburg (29.12.) in der MHPArena ihre Visitenkarten abgeben werden, gastieren die Schwaben am Dienstag in Chemnitz (22.12.2020; Tip-Off 19:00 Uhr).

Stats

Für Ludwigsburg spielten: Elias Harris 20 Punkte / 9 Rebounds, Jaleen Smith 13 / 8 Assists, Barry Brown 12, Yorman Polas Bartolo 9 / 8 Rebounds, Desi Rodriguez 9, Jordan Hulls 7, Tremmell Darden 6, Lukas Herzog 3, Jonas Wohlfarth-Bottermann 2, Jacob Patrick 2, Andrew Warren 2 und Johannes Patrick.

Für Vechta spielten: Philipp Herkenhoff 15 Punkte / 6 Rebounds, Josh Young 10, Dennis Clifford 9, Will Vorhees 8, Robin Christen 8, Tim Hasbargen 7, Jean Salumu 7, Jordan Barnett 6, Jannes Hundt 3 und Stefan Peno.

Statements

Thomas Päch | Headcoach RASTA Vechta
"Erst einmal muss man John Patrick wieder gratulieren. Seine Mannschaften spielen mit einer unglaublichen Intensität und Physis, die jedes Mal beeindrucken ist. Ich glaube, dass es, trotz der Woche Vorbereitung, unmöglich ist, diesen Druck im Training zu simulieren, den man hier erlebt. Gerade in der ersten Halbzeit. Wir waren da einfach zu lethargisch, zu langsam, nicht bereit und haben die Bälle am laufenden Band weggeworfen. Dies hat uns das Leben unnötig schwer gemacht. Wir haben offensiv keine Entlastung bekommen. Ich fand, dass wir im ersten Viertel noch einigermaßen solide verteidigt haben. Aber wenn man den Ball dann so fahrlässig wegwirft, wird es schwer. Dies müssen die Spieler langsam verstehen, in welcher Situation wir sind, und was es heißt, da rauszukommen. Das war heute – in der ersten Halbzeit – definitiv nicht genug."
John Patrick | Headcoach MHP RIESEN Ludwigsburg
"Es war eine sehr gute erste Halbzeit von uns. Wir haben generell aber viel Licht und Schatten gesehen. Am Ende ist es wichtig, dieses Spiel zu gewinnen. Dennoch ist die Intensität in der zweiten Halbzeit nicht optimal. Vor allem von der Bank hatten wir weniger Impulse als gewünscht. Die jungen Spieler haben ihren Job gemacht. Mit der Verteidigung der zweiten Halbzeit war ich nicht zufrieden. Wenn Jordan [Hulls] allerdings vier, fünf offene Dreier nicht trifft und wir trotzdem gewinnen, kann ich nicht sauer sein. Zudem gab es gute Spielpraxis für jüngere Spieler. Andrew Warren hat ein bisschen gespielt und gepunktet. Am Ende war es ein wichtiger Heimsieg und diesen Lauf, dieses Momentum wollen wir auch in Chemnitz fortsetzen."