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Viertelfinal-Neuauflage unter geänderten Vorzeichen

Category News Date 2020-11-20

Bei Jordan Hulls regiert seit Wochen die gute Laune: Der US-Amerikaner etablierte sich binnen kürzester Zeit als Leistungsträger, wurde zum dritten Mal Vater – und überzeugte zuletzt beim 86:82-Erfolg in Bonn auch nachhaltig am defensiven Ende des Parketts. Foto: Tatjana Klee.  

Für die MHP RIESEN Ludwigsburg geht es erneut auf fremdem Parkett ans Eingemachte: Die Schwaben gastieren am Sonntag (22.11., Tip-Off 18:00 Uhr) beim FC Bayern Basketball. Das Duell gegen die Münchner ist die Neuauflage des Playoff-Viertelfinals – und das Aufeinandertreffen des aktuellen Zweiten mit dem Dritten.  

Das Gestern ist Geschichte, sagt das Sprichwort. Im vorliegenden Ludwigsburger Fall handelt es sich bei besagter Geschichte um eine äußerst grandiose. Denn der RIESEN-Seriengewinn im Playoff-Viertelfinale gegen den FC Bayern Basketball ist weiterhin eine der schönsten Erinnerungen der 60-jährigen Klubgeschichte. Schließlich bildete das Weiterkommen im Viertelfinale das Fundament für den größten, nationalen Erfolg – den Gewinn der Vize-Meisterschaft.

146 Tage nach der Abfahrt vom Final-Turnier reisen Headcoach John Patrick und sein Team am Samstag wieder nach München. Die Ludwigsburger kehren erstmals an den Ort zurück, an dem sie Geschichte schrieben. Da das Gestern aber Geschichte ist, um im Sprichwort zu bleiben, richtet sich der Fokus der MHP RIESEN ausschließlich auf das Morgen, respektive Übermorgen. Denn die bayerische Konkurrenz, auf welche die Schwaben am Sonntag treffen, hat nur noch äußerst wenig mit dem Team der Vorsaison zu tun.

Das Gesicht des Neustarts: Andrea Trinchieri

Nachdem die Ludwigsburger die Spielzeit der Münchner vorzeitig beendeten, blieb beim FC Bayern Basketball kaum ein Stein auf dem anderen: Die Isarstädter engagierten Headcoach Andrea Trinchieri. Der 52-jährige Italiener verpasste dem Klub in beeindruckender Schnelligkeit eine komplett neue Spielphilosophie. Der FC Bayern Basketball ist seit der pflichtspielfreien Zeit athletisch, defensiv- und willensstark und präsentierte sich bis dato als kämpferische und eingeschworene Einheit. Diese Einheit ist, in der aktuellen Form, das Nonplusultra des deutschen Basketballs: München erreichte, mit einem kleinen Ausrutscher gegen Bayreuth, das TOP FOUR des MagentaSport BBL Pokals, gewann seine beiden Liga-Spiele gegen Vechta (90:78) und in Frankfurt (52:75) und ging in sieben seiner neun EuroLeague-Spiele als Sieger vom Parkett. Während das Rangieren auf dem zweiten Tabellenplatz der easyCredit Basketball Bundesliga ein durchaus gewohntes Bild ist, ist der europäische Fingerzeig des FC Bayern Basketball gewaltig: Auch hier steht der Klub auf dem zweiten Rang und besiegte dabei unter anderem die Top-Teams aus Tel Aviv und Istanbul.

Weiler-Babb ist Stammspieler

Mittendrin statt nur dabei ist Nick Weiler-Babb. Der 24-jährige US-Amerikaner, der im Sommer aus Ludwigsburg nach München wechselte, etablierte sich in Windeseile als Stammspieler (8.1 PpS, 3.3 RpS, 2.7 ApS), machte in vielerlei Hinsicht den Sprung aufs nächste Level und verdeutlichte, das mit ihm in Zukunft auf dem höchstem Level zu rechnen sein wird. Weiler-Babb steht stellvertretend für den veränderten Kurswechsel der Münchner, die mit Guard Wade Baldwin IV und den Big Men Jalen Reynolds, Malcolm Thomas und JaJuan Johnson auf dem Transfermarkt zahlreiche Volltreffer landeten. Trinchieris System funktioniert – und stellt die europäische Elite vor Herausforderungen.

Die letzte Herausforderung ging, trotz aller Formstärke, nicht an München, sondern an ZSKA Moskau. Zwei Tage nach dem 74:71-Auswärtssieg am Dienstag bei Anadolu Efes Istanbul unterlag der FC Bayern Basketball am Donnerstagabend Moskau 81:89. Die Partie gegen die MHP RIESEN ist für den Klub das vierte Spiel binnen acht Tagen.

Team des Jahres vs. Team der Stunde

Ludwigsburg hatte unterdessen die komplette Woche Zeit, um sich auf die Neuauflage des Viertelfinals vorzubereiten. Auf dem statistischen Papier begegnen die Schwaben den Münchnern dabei auf Augenhöhe: In puncto Rebounds (37.0 Ludwigsburg, 73.5 München), Assists (20.0 / 20.5), Feldwurf- (53.1 % / 50.4 %) und Dreipunkt-Quote (32.6 % / 33.3 %) liegen beide Klubs gleichauf. Einzig bei den Freiwürfen (67.3 % / 77.8 %) und den erzielten Punkten pro Partie (93.0 / 82.5) gibt es Unterschiede. Die offenkundige Frage für Sonntagabend ist dementsprechend nicht, welches Team, welche Kategorien bestimmen wird. Vielmehr liegt die Frage darin, ob das körperlich kleinere Ludwigsburg (durchschnittlich 1.93 Meter) als Überraschungsteam des Jahres 2020 dem Spiel seinen Stempel aufdrückt – oder, ob das größere Team der Stunde (2.00 Meter) seiner Favoritenrolle gerecht werden wird.

Die Barockstädter reisen dabei voll fokussiert gen Südosten – und möchten aus der im Audi Dome vertrauten Position des Underdogs mit Kampf, Leidenschaft und Einsatz die Hausherren in die Knie zwingen.

Courtside Live im Audi Dome

Während das Top-Duell des Spieltags deutschlandweit mit Spannung erwartet wird, geht auch MagentaSport mit einem besonderen Fokus ins Wochenende: Das Ludwigsburger Gastspiel wird im „Courtside Live“-Format produziert. Heißt also: Das beste und spannendste Paket, die meisten Kameras und Mitarbeiter zur perfekten Live-Verfolgung. Am Sonntagabend wird Kommentator Michael Körner gemeinsam mit Experte Alex Vogel und Moderator Sascha Bandermann ab 17:45 Uhr das akustische Rundum-sorglos-Paket liefern und im Nachgang der Partie den Spieltag im Studio-Format zusammenfassen: http://bit.ly/LUD_20

Zahlenspiele zum 3. Spieltag

309 – Tage wird der erste Hauptrunden-Sieg gegen München am Sonntag zurückliegen. Am 19. Januar besiegten die MHP RIESEN den FC Bayern Basketball 81:74 – und ließen beim Final-Turnier einen 87:83-Erfolg und den Einzug ins Playoff-Halbfinale folgen.

126 – Spiele absolvierten Tremmell Darden, Elias Harris und Jonas Wohlfarth-Bottermann zusammengenommen in der Turkish Airlines EuroLeague. Damit hat das Trio, aktuell, noch 14 Einsätze mehr auf dem sprichwörtlichen Buckel als der FC Bayern Basketball als Gesamtverein. Dieser ist aktueller Tabellenzweiter, bestritt aber erst 112 Spiele auf der höchsten, europäischen Bühne – zwei davon gegen Tremmel Darden, damals noch im Dress von Real Madrid.

20 – fach duellierte sich Elias Harris in seiner bisherigen Profi-Karriere mit dem FC Bayern Basketball. In 12 Spielen verließ der 31-Jährige dabei das Parkett als Sieger – und ist einer der wenigen deutschen Akteure in der easyCredit BBL, der eine positive Bilanz gegen die bayerischen Korbjäger haben.

Infos

FC Bayern Basketball vs. MHP RIESEN Ludwigsburg

Sonntag, 22.11.2020, Tip-Off 18:00 Uhr

Audi Dome, Grasweg 74, 81373 München

live auf MagentaSport

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