Foto: Sascha Walther
Die MHP RIESEN Ludwigsburg sind zurück auf der Siegerstraße: Beim 84:68-Erfolg gegen die Telekom Baskets Bonn zeigen die Schwaben vor 3.682 Zuschauer:innen eine ihrer besten Leistungen im Saison-Verlauf, brillieren mit ihren charakteristischen Tugenden in der Verteidigung, 21 Assists sowie begeisternden Teamplay in der Offensive und stellen in der easyCredit BBL auf eine 4:2-Sieg-Niederlagen-Bilanz!
Gelb. Schwarz. Geil! ist zurück und die Laune in und um die MHPArena nach einem bis dato emotional herausfordernden Oktober entsprechend großartig. Grundlage für diese Emotionen und die generelle Freude: ein fantastisches RIESEN-Team, das sich seine Freude mit 40-minütigem Einsatz verdiente – und sich danach im Konfetti-Regeln freute.
Vorausgegangen war, im Anschluss an eine fanbedingte Schweigeminute in Ehren für Arvid Kramer, eine sicherlich gute, nicht aber gänzlich fehlerfreie Anfangsphase: Basierend auf einer sehr guten Defensivleistung mit Distanztreffern von Elijah Hughes und Patrick Cartier fanden die Schwaben begeisternd früh ihren Rhythmus. Bonn stand dem zwar in nichts nach (6:7), hatte aber nur in Jeff Garrett einen Leistungsträger mit relevantem Offensivoutput. Bei den Ludwigsburgern war auch Justin Kier gut, das Teamplay aber noch weitaus besser: Die Hausherren ließen das Spielgerät laufen, stoppten die formstarken Rheinländer umfassend defensiv und verdienten sich eine erste Viertelführung (17:14, 10. Spielminute).
Nachdem einige Foulspiele den Flow zerrüttet hatten, trat dann Elijah Hughes erneut auf den Plan. Wie schon in der Vorwoche war der US-Amerikaner mehrfach treffsicher aus der Distanz, zündete in Serie und sorgte dafür, dass sich seine Farben (23:18) absetzen konnten. Grayson Murphy (5 Punkte / 7 Assists) hatte dem zwar etwas entgegenzusetzen, Ludwigsburg aber ganzheitlich die besseren Antworten. Darius Perry, Yorman Polas Bartolo und Tommy Rutherford sorgten für einen ersten Lauf, den Julis Baumer per 24-Sekunden-Buzzerbeater und Elijah Hughes aus der Distanz per Halbzeit-Highlight veredelten. Fortwährend waren das Teamplay, die Verteidigung und die Leistung begeisternd (43:29, 20.).
Foto: Sascha Walther
Wie schon in der Vorwoche war die Halbzeitführung deutlich, wie schon in der Vorwoche die erzwungene Gegner-Leistung ein Grund für eine provozierte Gegner-Reaktion, die auch alsbald erfolgen sollte: Die Telekom Baskets Bonn kamen stark aus der Kabine und legten einen 8-Punkte-Lauf aufs Parkett. Michael Kessens, Joel Aminu und ein RIESEN-seitiges Goaltending verwandelten einen komfortablen 14-Punkte-Vorsprung in eine deutlich knappere Führung (43:37 / 45:41). Anders als gegen Vechta blieb Ludwigsburg aber Herr der Lage, woran Co-Kapitän Jonas Wohlfarth-Bottermann großen Anteil hatte. Der 36-Jährige war sowohl emotional und kommunikativ als auch defensiv ein Taktgeber, scorte doppelt und half dabei, dass die Schwaben solide blieben sowie dann auch wieder gut wurden. Letzteres hatte viel mit Ish Leggett zu tun. Nachdem der Guard zuletzt im Netto BBL Pokal aussetzen musste und in den ersten 20 Minuten auf lediglich einen Punkt gekommen war, drehte er nach dem Seitenwechsel auf. Die Nummer #5 ließ 17 weitere Zähler folgen und verdeutlichte seine Qualitäten. Wesentlicher als Leggett, der schon gut war, sorgten die Mixtur aus Fan-Stimmung, Team-Leistung und cleverer Spielgestaltung beidseitig des Parketts für eine verdiente Führung (62:54, 30.).
Die schwäbische Unnachgiebigkeit, der große defensive Einsatz und der gemeinschaftliche Ansatz trugen die Gelb-Schwarzen durch die Partie: Perry übernahm nun in besserer (sprich: produktiverer) Art und Weise Verantwortung, Ludwigsburg erwiderte jedweden Bonner Akzent mit noch besseren Reads. All das sorgte für Spannung und Nervenkitzel, nicht aber für Verunsicherung. Kier, Leggett und Hughes brachten die Hausherren endgültig auf die Siegerstraße und in Richtung Freudentaumel.
Für Ludwigsburg spielten: Ish Leggett 18 Punkte, Elijah Hughes 17 / 7 Rebounds, Tommy Rutherford 11, Justin Kier 11 / 7 Rebounds / 8 Assists, Patrick Cartier 9, Darius Perry 8, Yorman Polas Bartolo 4, Jonas Wohlfarth-Bottermann 4, Julis Baumer 2, David Joplin und Maxwell Dongmo Temoka.
Für Bonn spielten: Jeff Garrett 13 Punkte / 5 Rebounds, A Comithier 11, Joel Aminu 11, Michael Kessens 8 / 6 Rebounds, John-Michael Wright 6, Marcus Foster 6, Grayson Murphy 5 / 7 Assists, Patrick Heckmann 3, Melvin Jostmann 2, Leon Kratzer 2 und Aleksa Kovacevic 1.
Marko Stankovic | Headcoach Telekom Baskets Bonn | "Zunächst muss ich Coach Carles [Durán], seinem Staff und seinem Team zu einem sehr verdienten Sieg gratulieren. Sie waren heute besser als wir, haben über 40 Minuten hinweg gekämpft. Wir waren in den letzten zwölf Minuten der ersten Halbzeit schwach, haben im kompletten zweiten Abschnitt nicht gut gespielt. Die Reaktion nach dem Gang in die Kabine war gut, wir sind auf drei, vier Punkte herangekommen, haben dann aber erneut einige Fehler gemacht, offene Würfe verpasst … Für mein Empfinden ist die Differenz des Ergebnisses mit 16 Punkten nicht symbolhaft für dieses Spiel. Ein Abstand von circa zehn Zählern hätte es eher getroffen, denn in der zweiten Halbzeit haben wir eine wesentlich bessere Leistung gezeigt und wesentlich besseren Basketball gespielt. Für uns ist es sehr wichtig, dass wir in allen Wettbewerben über 40 Minuten hinweg unser eigener größter Schlüssel zum Sieg sind. Wir müssen aus diesen Niederlagen lernen und die Spiele für den Rest der Saison besser angehen. Ich wünsche Ludwigsburg das Beste und hoffe, dass sie gesund bleiben." |
Carles Durán | Headcoach MHP RIESEN Ludwigsburg | "Danke, Marko! Ich freue mich für das Team und unsere Fans – da wir die beiden letzten Heimspiele aus mehreren Gründen verloren haben. Das war heute vielleicht unsere beste Leistung. Natürlich: Die Saison ist erst sieben, acht Partien alt, aber wir haben heute mit sehr viel Energie gespielt! Wir wussten vor dem Spiel, dass Bonn ein fantastisches Team hat. Sie haben das auch heute in der zweiten Hälfte gezeigt und bis zum Ende gefightet. Wir müssen uns im dritten Viertel verbessern, wir sind da wie zuletzt gegen Vechta schlecht gestartet. Aber nochmals: Unser Team hat mit viel Energie in der Defensive gespielt. Es ist nicht einfach, gegen Bonn zu verteidigen – und sie haben dennoch nur 68 Punkte gemacht. Offensiv haben wir derweil sehr gut gespielt: In den ersten zwanzig Minuten haben wir auf einem anderen Level agiert. Wir sind gerannt, wir haben den Ball geteilt, wir haben viel gepunktet. Das ist die Idee! Wir müssen es genießen, zusammen auf dem Parkett zu spielen und mit unseren Fans zu sein. Für uns ist es einfacher: Bonn hat am Mittwoch in Badalona gespielt, manchmal ist es schwierig, alle paar Tage auf großartige Art und Weise zu kämpfen. Wir müssen diesen Sieg genießen – und das nächste Spiel noch besser vorbereiten. Das heute war nur eine Partie, wir können noch besser spielen!" |